Rucksack voller Altgold
Ein millionenschwerer Fall von illegalem Edelmetallhandel beschäftigt aktuell die Ermittler in der Schweiz und Italien. Dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) ist es gelungen, ein professionelles Schmuggelnetzwerk auszuheben. Insgesamt wurden rund 230 Kilogramm Altschmuck illegal über die Grenze gebracht, wodurch am Zoll Mehrwertsteuern und Abgaben in Höhe von rund 800.000 Franken hinterzogen wurden.
Die Route über unbesetzte Grenzübergänge
Der Kopf der Bande, ein 56-jähriger Italiener, beschaffte das Altgold systematisch in Lagern von Fahrenden in Norditalien. Versteckt in einfachen Rucksäcken transportierte er die wertvolle Fracht wöchentlich über unbewachte, kleinere Grenzübergänge in die Schweiz. Dort angekommen, übergab er die Ware an zwei Komplizen, die den Schmuck an eine eigentlich behördlich zugelassene Schmelzerei weiterverkauften. Das bittere Ende für den Betrieb: Die offizielle Schmelzbewilligung wurde vom Schweizer Zoll umgehend entzogen.
Internationaler Coup der Behörden
Dass die Masche aufflog, ist einer engen Zusammenarbeit zwischen der Tessiner Staatsanwaltschaft und den italienischen Carabinieri zu verdanken. Durch grenzüberschreitende Observationen und gemeinsame Durchsuchungen konnten nicht nur die drei Haupttäter dingfest gemacht werden – einer von ihnen saß in Italien bereits wegen Hehlerei und Geldwäsche ein –, sondern es wurden direkt noch weitere Nebenzweige mit rund 40 Kilogramm geschmuggeltem Altgold aufgedeckt. Den Beschuldigten drohen nun Strafen wegen Steuer- und Zollhinterziehung sowie massiven Verstößen gegen das Edelmetallkontrollgesetz.





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