Goldnest gestohlen

Fast zwei Jahre nach dem Diebstahl eines aus Gold gefertigten Kunstwerks aus einer Grundschule hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Tatverdächtigen erhoben. Dem 20-Jährigen werden ein besonders schwerer Fall des Diebstahls und gemeinschädliche Sachbeschädigung vorgeworfen. Demnach soll der junge Mann durch ein Fenster in das Gebäude eingedrungen sein und dort ein Kunstwerk aus Gold, ein sogenanntes „Goldnest“, aus einer Vitrine aus Panzerglas gestohlen haben. Das Kunstwerk sei 28.000 Euro wert. Das ist allerdings der reine Materialpreis –früheren Angaben zufolge wird der Wert des Kunstwerks auf 80.000 Euro beziffert. Von dem gestohlenen „Goldnest“ fehlt bis heute jede Spur. Das Kunstwerk war eigentlich gut gesichert. Es lag dichtverschweißt in einem Stahltresor, der in einer Wandaussparung eingebaut wurde. Die Vitrine war  thermisch mit einer Isolierschicht vom Stahltresor getrennt und anschließend mit diesem verschweißt und verschraubt worden. Ein Herausnehmen sei somit nicht möglich gewesen. Die Glasscheiben der Vitrine bestanden aus Verbundsicherheitsglas und einer Spezialfolie. Die Folie sollte der Abwehr von Axt- und Hammerschlägen dienen. In das Glas eingelassen war eine Alarmsicherheitsschleife. Das Kunstobjekt wurde zudem videoüberwacht und war an die Alarmanlage der Schule und somit an das zuständige Wachschutzunternehmen angeschlossen. Die Täter bohrten allerdings in die Vitrine ein kleines Loch und nahmen die goldenen Zweige einzeln heraus. Ein paar der Zweige sind allerdings übrig geblieben. Zuvor habe es an der Schule schon zwei erfolglose Einbruchsversuche gegeben. Das Kunstwerk, die Nachbildung eines Vogelnestes, bestand aus 74 massiv gegossenen Ästen aus Feingold. Es wurde im Rahmen eines Wettbewerbs zum 2018 eröffneten Neubau der Grundschule angefertigt. Bei öffentlichen Gebäuden ist vorgeschrieben, dass ein kleiner Teil der Ausgaben für Kunst an dem neuen Bauwerk fließt. Die Ermittler gingen sofort nach dem Diebstahl davon aus, dass das Kunstwerk eingeschmolzen wurde.

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