Gold mal anders: Anselm Kiefer in Schwäbisch Hall

Auf diesem Blog geht es sonst fast immer um Münzen, Barren und Kurse. Heute gibt es als Ausnahme mal einen Ausflugstipp. Denn Gold macht sich nicht nur im Tresor gut, sondern auch auf riesigen Leinwänden.

In der erweiterten Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall läuft aktuell die Ausstellung „Alles, was der Fall ist“ von Anselm Kiefer. Gezeigt werden rund 90 Werke.

Kiefer ist für schwere Kost bekannt. Er und der Sammler Reinhold Würth sind beide in den Trümmern der Nachkriegszeit aufgewachsen. Das sieht man den Bildern an: Viele zeigen düstere See- und Landschlachten, die bei den heutigen Nachrichten leider ziemlich aktuell wirken.

Die Ausstellung fängt allerdings überraschend anders an. Gleich zu Beginn bricht gleißendes Gold diese ganze Schwere auf. Kiefer hat hier Erinnerungen an seine Jugend im Schwarzwald und Liebeslyrik verarbeitet. Ob dafür echtes Blattgold oder spezielle Goldfarbe genutzt wurde, geht aus den Infos zur Schau zwar nicht genau hervor – die Wirkung neben den dunklen Schlachtengemälden ist aber enorm. Da zeigt sich der Künstler von einer fast schon versöhnlichen Seite.

Auch für alle, die mit Kunst sonst wenig am Hut haben, sind drei Dinge an der Ausstellung sehr angenehm:

  • Eintritt frei: Der Besuch kostet keinen Cent. Man kann also einfach mal reinschauen, ohne sich im Nachhinein über teure Tickets zu ärgern.

  • Normale Sprache: Die Wandtexte sind in einfacher Sprache geschrieben. Kein abgehobenes Kunst-Blabla, das niemand versteht.

  • Familientauglich: Für Kinder gibt es einen eigenen Audioguide.

Noch ein Hinweis für die Planung: Das größte Werk der Sammlung ist elf Meter hoch und hat schlicht nicht in die Kunsthalle gepasst. Dafür wurde extra ein eigener Pavillon am Museum Würth 2 in Künzelsau gebaut.

Die Eckdaten:

  • Was: Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist

  • Wann: 16. Oktober 2026 bis 3. Oktober 2027

  • Wo: Kunsthalle Würth, Lange Straße 35, 74523 Schwäbisch Hall

  • Kosten: Eintritt frei

Eine spannende Abwechslung für alle, die Gold sonst eher klassisch in Form von Münzen und Barren gewohnt sind.