Fußballer als Geldkuriere
Aus der Goldstadt Pforzheim gibt Nachrichten, bei denen man zweimal hinschauen muss. Zwei Männer aus der Stadt sollen über sechs Jahre hinweg gestohlene Edelmetalle eingeschmolzen und weiterverkauft haben. Und zwar im ganz großen Stil: Es geht um Ware im Wert von rund 50 Millionen Euro. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage wegen gewerbsmäßiger Bandenhehlerei erhoben. Woher genau die gestohlenen Metalle stammten oder ob es dabei ausschließlich um Gold ging, ist aus der Meldung nicht bekannt. Klar ist aber: Ist Edelmetall erst einmal eingeschmolzen, lässt sich die kriminelle Herkunft kaum noch beweisen.
Das viel größere Problem für die Täter ist am Ende oft das viele Bargeld. Um die Erlöse unbemerkt ins Ausland zu schaffen, kamen die beiden Beschuldigten laut den Ermittlern auf eine ziemlich dreiste Idee und nutzten einen örtlichen Sportverein. Am Stuttgarter Flughafen drückten sie 27 Mitgliedern des Vereins „Germania-Union Türkischer SV Pforzheim“ kurz vor deren Abflug in die Türkei Briefumschläge mit Bargeld in die Hand. Insgesamt ging es dabei um rund 217.000 Euro.
Geklappt hat das Ganze allerdings nicht. Direkt am Gate kontrollierte die Polizei die Gruppe und der Schmuggelversuch flog auf. Die beiden mutmaßlichen Drahtzieher sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Und auch für die 27 Vereinsmitglieder hat die Sache ein bitteres Nachspiel: Gegen die Fußballer wird in einem eigenen Verfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Ob den Spielern überhaupt klar war, worauf sie sich da am Flughafen eingelassen haben, geht aus den bisherigen Informationen nicht hervor.




