Gigantischer Gold-Fund in England
Archäologen haben das Rätsel um Europas größte prähistorische Schmucksammlung geknackt: Die berühmten Snettisham-Horte aus der Grafschaft Norfolk, die über Jahrzehnte hinweg aus der Erde geschaufelt wurden und satte 59 Kilogramm Gold, Silber und Bronze auf die Waage bringen, waren kein versteckter Fluchtschatz. Ganz im Gegenteil: Die mehr als 70 prachtvollen Halsringe – sogenannte Torques – wurden um 60 vor Christus in akribisch geplanten, rituellen Zeremonien als Opfergabe an die Götter vergraben. Jeder dieser Halsringe ist ein absolutes Einzelstück meisterhafter Handwerkskunst, wie etwa der spektakuläre „Große Torques“, der aus über einem Kilo Edelmetall und 64 geflochtenen Drähten besteht.
Abschied vom Stammes-Gold: Wie die Münze den Schmuck ablöste
Das Vergraben der gigantischen Goldmengen markierte einen historischen Wendepunkt in der Machtdemonstration lokaler Anführer. Genau zu dieser Zeit tauchte in der Region nämlich das erste geprägte Goldgeld auf, das den persönlichen Familienschmuck als Statussymbol ablöste. Statt die alten, teils über Generationen getragenen Prachtstücke einfach pragmatisch einzuschmelzen, wählte die Elite ein opulentes Abschiedsritual für ihre Traditionen und versenkte die Schätze feierlich im Boden. Ein genialer Schachzug der damaligen Herrscher, die mit dem neuen Münzgeld ihren Einfluss festigten und den Hügel von Ken Hill für Jahrhunderte in einen mystischen Magneten verwandelten.





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