Goldketten vom Hals gerissen
Wer teuren Goldschmuck offen im dichten Menschengedränge trägt, macht sich leider schnell zur Zielscheibe. Genau das ist mehreren Besuchern bei einem Rap-Konzert in München passiert. Welcher Künstler an dem Abend auftrat oder in welcher Halle das Konzert stattfand, geht aus den bisherigen Informationen nicht hervor. Klar ist aber: Vor dem Landgericht München I muss sich jetzt ein 23-jähriger Mann verantworten, der dort zusammen mit Komplizen reihenweise Goldketten geraubt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Raub in neun Fällen, einen versuchten schweren Raub und zweifache Körperverletzung vor.
Passiert ist das Ganze schon am Abend des 1. März 2025. Laut Anklage gingen die Täter zwischen 20.30 Uhr und 21.45 Uhr ziemlich systematisch vor. Sie teilten sich die Arbeit in wechselnder Besetzung auf, suchten im Publikum gezielt nach Männern mit auffälligem Goldschmuck, rissen die Ketten mit einem Ruck vom Hals und tauchten sofort wieder in der feiernden Menge unter. Der Plan dahinter war simpel: Die Beute sollte später zu Geld gemacht werden. Insgesamt kamen bei den neun geraubten Ketten rund 11.000 Euro zusammen.
Die meisten Stücke lagen preislich zwischen 200 und 700 Euro, ein Exemplar war rund 1.000 Euro wert. Gleich zu Beginn des Raubzugs erwischte es einen Besucher allerdings besonders heftig: Ihm wurde eine massive Kette im Wert von geschätzten 6.000 Euro mit solcher Gewalt vom Hals gerissen, dass er schmerzhafte Schürfwunden davontrug. Nur ein paar Minuten später hatte ein anderer Konzertbesucher zwar mehr Glück mit seinem Eigentum, musste dafür aber ordentlich einstecken. Er wehrte sich und konnte seine rund 3.000 Euro teure Kette festhalten – durch das heftige Zerren blieben bei ihm aber sichtbare Würgemale am Hals zurück.
Der in Spanien geborene Angeklagte sitzt bereits seit April in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage bis Ende November angesetzt. Ob die gestohlenen Ketten jemals wieder aufgetaucht sind, ist nicht bekannt. Gegen drei mutmaßliche Komplizen laufen derzeit noch getrennte Verfahren.




