Indonesien drosselt den Export

Der Goldpreis jagt Rekorde – und die Förderländer wollen ein größeres Stück vom Kuchen. Seit Anfang 2026 zieht Indonesien die Daumenschrauben an und führt eine Exportabgabe von bis zu 15 Prozent auf Gold ein. Ein Schritt mit massiver Signalwirkung für den Weltmarkt.

Die Fakten im Schnellcheck:

  • Die Steuer: Gestaffelt nach Weltmarktpreis und Verarbeitungsgrad.

  • Der Trigger: Ab einem Goldpreis von 3.200 USD (aktuell erreicht) greift der Höchstsatz.

  • Das Ziel: Schluss mit dem Export von günstigem Doré-Gold (Bergbau-Zwischenprodukt). Wer ausführen will, soll gefälligst im Land raffinieren.

  • Das Volumen: Allein bis November 2025 flossen 12,5 Tonnen Gold (1,64 Mrd. USD) aus Indonesien Richtung Schweiz und Asien. Damit soll bald Schluss sein.

Warum macht Indonesien das?

  1. Kasse machen: „Windfall-Profite“ durch die Preisrallye wandern direkt in den Staatshaushalt.

  2. Industriepolitik: Jakarta will die Wertschöpfung im Inland. Barren und Schmuck statt Roh-Export.

  3. Gold-Souveränität: Mehr physisches Gold soll im eigenen Land bleiben, um die heimische Reserve zu stärken.

Globaler Trend: Rohstoff-Nationalismus

Indonesien ist kein Einzelfall. Ob Tansania, Nigeria oder Russland – die Zeichen stehen auf Ressourcensouveränität. Gold wird nicht mehr nur als Krisenwährung gesehen, sondern als strategische Waffe.

Fazit für Anleger

Die Ära des ungehinderten Goldflusses neigt sich dem Ende zu. Wenn große Förderländer den Export verteuern oder deckeln, verknappt das das Angebot für globale Raffinerien.

Die Botschaft ist klar: Gold wird als strategischer Rohstoff kontrolliert und zurückgehalten. In einer unsicheren Welt wird die physische Verfügbarkeit zur härtesten Währung überhaupt.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar