Goldküche in der Tiefsee
Lange blieb der genaue Ursprung von Goldlagerstätten ein wissenschaftliches Rätsel. Eine neue Studie des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel liefert nun Antworten aus der Tiefsee. Forscher untersuchten 66 Glasproben aus dem Pazifik, die bei der schlagartigen Abkühlung von Lava nördlich von Neuseeland entstanden sind. Die Analysen zeigten, dass die Goldkonzentrationen in diesen Proben deutlich höher liegen als in gewöhnlichen Magmen. Entscheidend für diese Anreicherung ist ein komplexer Prozess tief unter dem vulkanischen Meeresboden, bei dem das Edelmetall bereits im Erdmantel konzentriert wird, lange bevor es an die Oberfläche gelangt.
Geologische Raffinerie durch Plattenverschiebung
Der entscheidende Mechanismus gleicht einer mehrstufigen Raffinerie. Im Bereich des Kermadec-Inselbogens führen Erdplattenverschiebungen zu extrem heißen und wasserhaltigen Bedingungen. Entgegen bisheriger Annahmen dient das Wasser dabei primär als Katalysator, um das Gestein des Erdmantels aufzuschmelzen. Durch einen hohen und teilweise mehrfachen Schmelzgrad lösen sich die mineralischen Bindungen, wodurch Gold freigesetzt und im Magma angereichert wird. Obwohl die Ausbeute von bis zu sechs Nanogramm Gold pro Gramm Gestein für einen kommerziellen Abbau noch zu gering ist, markieren diese Prozesse den ersten wesentlichen Schritt in der Entstehungsgeschichte des Edelmetalls.





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